Salem Edition
    präsentiert:    Jakobswege Kinderbücher Biogafien  SOS Lebenshilfe
 

Jakobsweg der Freude

 

Text, Grafik und Realisation

Bert Teklenborg

ISBN: 978-3-9805535-0-6 (Buch),

978-3-96521-184-1 (E-Book)


Preis E-Book: 7.99 €

Buch: 9.90 €



Pilgern im Mittelalter

Berichten zufolge unternahmen etwa 40 % der Bevölkerung eine Pilgerreise; bis zu 500.000 Pilger jährlich sollen es im Mittelalter gewesen sein, die Santiago besuchten. Es war nicht selten blanke Not, die Jakobspilger auf die Straße brachte, mit einem Bruchteil der Informationen, wie sie in diesem Wanderbuch stehen. Dabei waren die Straßen und Wege alles andere als sicher; Räuber und Wegelagerer trieben ihr Unwesen und es gab Fälle von Mord und Entführung in die Sklaverei. Und manches Laster machte sich breit; so reimte z.B. Thomas von Kempen „Qui multum peregrinantur, raro sanctificantur“ (sinngemäß „Wer viel auf Pilgerfahrt geht, wird selten heilig“).


Wer auf Pilgerschaft im Sinne einer inneren Einkehr gehen will, muss einsehen, dass kein Wanderbuch ein Pilgergefühl, eine „Demut“ für den Weg vermitteln kann. Nur wer sich aufmacht, ohne Details und Fakten des Weges zu kennen, kann sich von einer „Planung“ lösen, ist offen und bereit, den Tag zu leben - zu akzeptieren, wie es sich ergibt. Denn „Geplante Wanderung“ - die gab es bei den frühen Pilgern nicht; ohne Wissen über das, was vor ihnen lag, mussten sie mit dem fertig werden, was ihnen unterwegs begegnete. Kein Pilger konnte am Morgen wissen, wo er am Abend sein müdes Haupt niederlegt; ein solches Denken fordert und fördert das Gottvertrauen, das allein genügt. So wird Pilgern zur „Ablösung“; im Gegensatz zum Alltag sind die Probleme auf dem Weg keine Störung, sondern immer wiederkehrende Prüfung hin zur Selbsterkenntnis.


Tardajos und Rabé de las Calzadas an der antiken Römerstraße von Legio (León) nach Caesar Augusta (Salduba/ Saragossa) –  diese einsame Gegend ist genau richtig für eine Besinnung auf die mittelalterlichen Verhältnisse. Die alte Kirche in Tardajos (der Ort wird im Codex Calixtinus genannt) ist der hl. Magdalena geweiht, deren Name eine sorgende Stätte für Pilger signalisierte. Das war auch notwendig, denn der Weg entfernt sich von der Landstraße und führt zum „Campo de Pan“, auf fast tausend Meter Seehöhe. Auf diesem Wegstück wird die Einsamkeit des Camino zur Realität, und noch heute ist die Calle Real in Hornillos del Camino identisch mit dem Pilgerweg des Mittelalters.